Was ist „Denim“? - Oder heute schon „gezippt“? »
Auf dieser Seite haben wir ein kleines Jeans-Lexikon für Sie zusammengestellt, bei denen viele
(un)bekannte Begriffe rund um die Jeans erklärt werden.
Hier bekommen Sie die meist englischen Ausdrücke, die natürlich
jeder kennt und auch benutzt, endlich mal richtig erklärt.
Die original Levi's button fly schrink-to-fit Jeans, im Jahre 1873 vorgestellt, als Levi Strauss und Jacob Davis den Einsatz von Kupfer-Nieten (Rivets) patentieren ließen. ...
Der original Jeans-Verschluß, den Jeans-Fans dem Reißverschluß vorziehen.
Die „fünfte“ Tasche, auch „Uhrentasche“ genannt. Die funktionale Tasche der rechten Front-Tasche rechtfertigt die Bezeichnung Five-Pocket-Jeans. Seit dem aufkommen der Immunschwäche AIDS wird die Tasche auch als Kondomtasche bezeichnet.
Naturfaser, gewonnen aus der Baumwollpflanze. Die Samen in ihren Kapselfrüchten schützt ein weißer weicher Flaum, der zu Baumwollgarn versponnen wird. Original Denim ist aus amerikanischer Baumwolle: aus Memphis, Texas, Missisippi und St. Joachim Valley.
Der Stoff aus dem echte Jeans gemacht sind. Ein kräftiges Baumwoll-Gewebe in Körperbindung. Bei traditionellen Denim-Geweben sind die Kettfäden(Warp) Indigo-gefärbt und die Schußfäden (Weft) naturfarben. Denim hat seine Ursprünge in der Workwear. Auf der Suche nach neuen Optiken wurde Denim im Laufe der Zeit vielen Prozeduren unterzogen: bleached, stonewashed, acidwashed, overdyed und destroyed sind die bekanntesten Versionen. Anfangs Serge de Nimes genannt (nach der Stadt seines Produktions-Ursprungs) wird Denim heute hauptsächlich in spezialisierten Weberein in den USA produziert.
Die doppelte Ziernaht auf der Gesäßtasche von Levi's Jeans steht für die Schwingen (arcuates) des amerikanischen Adlers. Das Dekor - 1873 erstmals aufgebracht, seit 1943 geschützt - wird "ausdauernder" benutzt als jedes andere Textile US-Markenzeichen
Elastische Synthetik-Fasern, die Denim die Stretch-Eigenschaft verleihen, für einen komfortablen, sexy Fit. Oft fälschlich Lycra genannt, das eine Art Elasthan ist, registriert und kommerzialisirt von Du Pont de Nemours.
Englisches und amerikanisches Längenmaß. 1 Inch = 2,54 cm
Im klassischen Sinn sind Jeans legere Hosen aus schwerem Indigo-Denim mit fünf Taschen, sechs Nieten (Rivets), kontrstiver Steppnaht (Stitching), fünf bis sieben Gürtelschlaufen, einem Reiß- oder Knopfverschluß (Button-Fly). Trotz zahlloser Variationen bleibt ihr original Design immer erkennbar. Die ersten Jeans datieren aus Mitte 1800, als im Westen Amerikas der Workwear Hersteller Levi Strauß & Co. und der Schneider Jacob Davis die Verwendung verstärkender Nieten gemeinsam patentieren ließen.
Die Wolfsburger Volkswagen-Werke wollten das in die Jahre gekommene Image des VW-Käfers aufpolieren und brachten im Glauben an das publizierte Motto "Wer Jeans trägt, gibt sich selbstbewußt und jugendlich" 1973 den Jeans-Käfer auf den Markt. Das 34 PS starke Auto mit der Typbezeichnung VW 1200 wurde in gelber Sonderlackierung sowie mit seitlichen und rückwärtigen Klebestreifen mit der Aufschrift "Jeans" angeboten. Die Sitzbezüge waren aus Jeans-Stoff (in blue Denim-Optik) mit farbigen Steppnähten und Nieten. Als Nachfolger wurde 1977 der Jeans-Polo vorgestellt.
Etikett das eine Kleidungsstück kennzeichnet oder seine Identität bestätigt, mit dem Marken-Logo und weiteren Angaben versehen. Eine Jeans kann mehrere Labels haben. Mit dem Wort "Label" wird häufig auch eine Marke oder eine Linie bezeichnet.
Die Längen (lengths) von Jeans werden entlang der Innennaht gemessen, vom Schritt bis zum Saum. Das kürzeste handelsübliche Erwachsenen-Maß sind 20 Inches (=50,8 cm), das längste 38 Inches (=96,52 cm)
Marke *1873; USA; by Levi Strauss & Co. Weltweit führende Jeans-Marke, bekannt für ihr Modell 501, das der Kern des weltweiten Business ist. Weitere bedeutende Styles sind die 505, eine 1955 lancierte Zipper-Version, und die 550, ein weiter Fit aus 1983. Levi's waren die offiziellen Jeans der US-Streitkräfte im Zweiten Weltkrieg; nach dem Krieg führten Surplus-Levi's amerikanische Jeanswear in Europa ein. Levi's Basic Produkte sind in zwei Kategorien unterteilt - original Red Tab, die sich durch beste Verarbeitung und Finishes auszeichnet, und Orange Tab, die den preisbewußteren Kunden anspricht. 1987 präsentierte Levi's das Programm Silver Tab mit modischen Styles.
Stadt in der französischen Provence, bekannt als historisches Textil-Zentrum. Der Name Nîmes ist die Wurzel des Begriffes Denim (-> Serge de Nîmes)
Ein industrielles, technisches hochentwickeltes und überaus effizientes Spinnverfahren auf Rotor-Maschinen. Schneller und kostengünstiger als das original Ring Spun-System, werden so Denim-Qualitäten mit vergleichsweise einheitlicherem Gewebe-Bild gefertigt.
Die Antwort der wachsenden Jeans Branche auf das original Levi's-Konzept des Shrink-to-Fit. 1947 stellte Blue Bell die erste Wrangler Jeans vor, die sanforized, oder pre-shrunk waren. So behandelte Jeans laufen bei weiterem Wäschen nur noch wenig ein. 1959 bot Levi's die ersten pre-shrunk 501s an.
Bezeichnung sowohl für Second-Hand als auch neue Jeans, die vor dem Verkauf an den Kunden "aufbereitet" wurden. In den frühen 70ern waren recycled Jeans eine Zeitlang große Mode, wegen ihrer Beliebtheit im trendy Ferienort St. Tropez, wo recycled Modelle damals bis zu $500 kosteten.
Levi's berühmte „Flagge“ (Flag), eingenäht in die rückwertige Tasche der 501. 1936 eingeführt, seit 1939 Warenzeichen. Auch der Name des Programms, zu dem die 501 und verwandte Basic-Modell gehören.
Die größte je gefertigte Jeans - Ein Paar Lee Riders, das klassische Modell: 101Z.
Die Jeans, im Januar 1992 in Brüssel präsentiert, ist gemacht aus 380 Metern einer 14 3/4 oz. Denim Qualität (150 cm breit) und wiegt über 370 kg. Sie ist 23 Meter hoch und im Guinness Book of World Records verzeichnet.
Dem Rekord sehr nahe ist das 20-Meter Modell 1991 von Cimarron als „Hochzeitsgeschenk“ für die imaginäre Vermählung der Freiheitsstatue mit Christopher Kolumbus kreierte Modell. Anlaß war der 500. Jahrestag der Entdeckung Amerikas durch den italienischen Seefahrer.
Der größte je gefertigte Overall - 1946 von Blue Bell gefertigt für Robert Earl Hughes, damals 20 Jahre alt und 700 Pfund schwer.
Die kleinste je gefertigte Jeans - Einige klassische Jeans Modelle auf die Maße von Barbie und Ken gefertigt.
Das teuerste Western-Jacket - Ein Levi's First Model, das in einem Japanischen Shop für $8.500 angeboten wird.
Traditionelles Denim-Gewebe, in den späten 80ern und frühen 90ern wieder gefragt, bei dem der Schuß (Warp) aus Ring-Spun Garn ist. Hat einen besonderen weichen Griff (Hand) und ein unebenes Warenbild.
Oder Double Ring Denim, bei dem der Schuß (warp) und Kette (weft) aus Ring-Spun Garn sind. Der Griff (Hand) ist weicher als der von Ring Denim. Der "Ferrari" unter den Denim-Qualitäten.
Garnherstellungsverfahren, bei dem zum Spinnen ein „Ring“ verwendet wird. Die Methode ist arbeitsintensiver als das technische fortschrittlichere Open-End-Spinnverfahren und aufgrund der Verarbeitung einer längeren Faser hat das Gran natürlich Dünn- und Dickstellen. „Unebenheit“ ist wieder gefragt, weil sie charakteristisch für traditionelle Denim-Gewebe ist. Sie wird durch Stonewashing noch sichtbarer. Der Griff (Hand) ist weiche als der von Open-End Denim.
Kupfer- oder Metallnieten, mit denen Jeans-Pockets zusätzlich befestigt werden. Jacob Davis benutzte erstmals Nieten, als Minenarbeiter ihm erklärten, daß wegen des Gewichts der Gold-Nuggets ihre Taschen einrissen. Davis schrieb an Levi Strauss & Co., und 1873 ließ man gemeinsam die Neuerung patentieren (U.S. Patent No. 139/121). Ab 1937 wurden die Nieten auf den Gesäßtaschen der Levi's 501 mit Denim bezogen, weil sie Sättel und Schulbänke zerkratzten. Mitte der 60er wurden die Nieten von den Gesäßtaschen entfernt und gegen gesteppte Riegel (Bar Tacks) ersetzt.
(*Philadelphia, Pennsylvania, USA), alias Ben Lichtenstein. Ein Schneider und Einzelhändler, der nicht nur die Looks von Western-Brühmtheiten wie Roy Rogers und Gene Autry kreierte, sondern 1947 auch die erste Wrangler Jeans für Blue Bell Inc. entworfen hat. 1950 präsentierte Wrangler eine nach ihm benannte Herren Jeans. Während der 50er war er Consultant für Blue Bell's Jeanswear und nahm Rodeo-Cowboys unter Vertrag, die in Wrangler-Jeans auftraten. Das war die erste Promotion des Unternehmens.
machte Mitte der 70er Jahre modische Furore. Enge Röhren-Jeans wurden in breiten Aufschlägen bis zur 3/4-Höhe hochgekrmpelt. Dazu wurden vor allem die damals beliebten Farmer-Boots, ein derber Schaftstiefel, getragen. In der Erstausgabe Nr. 1/75 von Jeans Intern. wurde diesem Thema eine ganze Fotoseite gewidmet. Der deutsche Einzelhandel meinte damals, dass diese Mode den Hosenrock populär gemacht habe.
Statt der normalen Fäden wurden die selben Garne benutzt, die auch in Sattlereien Anwendung finden. Diese sind stabiler und voluminöser und dadurch entstand eine sehr rustikale Optik.
Beim Sandstrahlen (sandblasting) von Jeanswear wird Farbe abgetragen, allover oder placed. Das geschieht für gewöhnlich mit einer sandgeladenen Sprühpistole; neuere Techniken bedienen sich eines "automatischen" Sandstrahlgebläses, das auf die aufgehängten, ständig rotierenden Denimteile gerichtet wird.
Die weißen Ränder von Denim-Geweben, in die meist ein farbiger Faden eingearbeitet ist. Standard Denim ist 150cm breit, so daß die Webkante (selvage) beim Zsuchnitt der Teile abfällt. Da die auf schmäleren Webstühlen (Looms) gefertigten Original-Denim-Gewebe nur 75cm breit waren, blieb der Webkante am Innenbein sichtbar. Amerikas Jeans-Giganten wählten für Ihre Webkanten-Fäden verschiedene Farben - Rot für Levi's, Grün für Lee, Gelb für Wrangler. Sichtbare Webkanten sind ein Erkennungszeichen für historische Originals.
Derber blauer Körper, produziert im südfranzösischen Nîmes, als Denim berühmt geworden. Nîmes war set dem 17. Jhd. ein bedeutendes Textilzentrum; ab dem 18 Jhd. war es auch fürs Färben bekannt. Zum Export der Produkte baute Nîmes Verkaufsbasen auf, in Cadiz für den Südamerika-, in Genua für den Nordamerika-Handel. Ungewiß ist, ob die Hosen der Genueser Seemänner, von denen das Wort "Jeans" hergeleitet sein soll, aus Tela Genova, einem ähnlich strukturierten Genueser Gewebe, oder aus Serge de Nîmes gemacht waren. Nachgewiesen ist, daß Nîmes Mitte des 19 Jhds. New Yorker Großhändler mit Webwaren beliefert hat. Als Levi Strauss nach Ersatz den braunen Canvas suchte, den den er für seine frühen Hosen-Produktion benutzte, bestellte er den schweren Serge de Nîmes, den er gesehen hatte, als er sich nach San Francisco einschiffte. Er war nur in einer Farbe - indigo - erhältlich ... so begann die Geschichte der Indigo-gefärbeten Denim-Jeans.
Ein Waschverfahren zum beschleunigten Ausbleichen und Weichmachenvon Jeans mittels Bimssteinen. Die Steine können natürlich oder synthetisch sein, verschiedene Größen und Formen haben und dadurch verschiedene Größen und Formen haben und dadurch unterschiedliche Effekte erzielen. Durchschnittlich dauert ein Stonewash-Durchgang für 130 Jeans, mit 150 Kilo Bimssteinen und 682 Litern Wasser, eine Stunde. Super-Stonewashing kann bis zu sechs Stunden dauern. Die gewählte Wassertemperatur, das Fassungsvermögen der Waschmaschine, die Steinmenge etc. beeinflussen das Endergebnis. Die Herkunft des Stonewashing ist nicht mit Sicherheit zu bestimmen.
Strauss kam 1947 nach New York, wo sein Schwager lebte. Den als Hausierer arbeitenden Strauss zog es bald nach San Francisco, um dort seine aus Europa mitgebrachten Zeltplanen den Minenarbeitern zu verkaufen. Er fand jedoch heraus, daß sie strapazierfähige Beinkleider brauchten, und machte darum ab 1853 Hosen aus dem steifen, braunen Stoff. "Die Hosen von Levi's" waren sofort ein Erfolg, und 1856, als Strauss seinen Straßen-Handel in einen Store auf der Sacramento Street verlegen konnte, entstand Levi Strauss & Co. Ab 1860 benutzte Strauss seinen Zelt-Canvas nur noch für Overalls, während er andere Arbeitsbekleidung aus Denim (Serge de Nîmes) fertigte. 1873 wurden die Hosen mit Nieten (Jacob Davis) verstärkt, wie später auch die berühmten Levi's 501a. Der Absatz florierte, weil die Minenarbeiter, Cowboys und Eisenbahnarbeiter Levi's-Hosen trugen. Strauss, 1870 bereits Millionär, war großer Menschenfreund und cleverer Geschäftsmann zugleich. Nie verheiratet, gab er das Unternehmen an seine Neffen weiter.
Denim-Gewebe, für das dem Schußfaden (weft) ein Anteil Elasthan beigemischt wird, wodurch sich die gefertigten Teile dem Körper anschmiegen. Legler war die erste europäische Weberei, die Mitte der 70er Jahre diesen speziellen Denim herstellte - anfangs allerdings ohne sonderlichen Erfolg. Peter Golding stellte eine der ersten Linien aus japanischem Stretch-Denim vor. 1980 lancierte Levi's in England das erste komplette Damenjeans-Programm aus Stretch-Denim. Die Resonanz in Großbritannien war so groß, daß andere Marken dem Trend rasch folgten. In den folgenden Jahren boomte das Stretch-Phenomän in Europa.
Verlängertes Stonewashing, das bis zu sechs Stunden und mehr dauern kann.
Prominentes Etikett, 1886 als Garantie für Levi's 501 aufgenäht; original aus Ölleinwand, später aus Leder. Es bildet einen von Levi Strauss inszenierten Werbe-Kraftakt ab, bei dem zwei in entgegengesetzte Richtungen ziehende Pferde (two horses) versuchen, eine Levi's Jeans zu zerreißen.
Bezeichnung für einen plazierten (placed) Abnutzungs-Effekt, der individuell auf jedem Denim-Teil erfolgt, zum Beispiel auf an den Knien, Taschen, Schenkeln, Säumen etc.; oft kombiniert mit Stonewashing.
Die Gesamtheit der durch die Länge eines Gewebes, das auf Webstühlen (Loom) gefertigt wird, laufenden Fäden. Die Kettenfäden laufen parallel zur Webkante (Selvage) und werden mit den quer laufenden Schußfäden (Weft) zum Gewebe verbunden.
In Querrichtung verlaufende Fäden in einem Gewebe, die sich mit den längslaufenden Kettenfäden (Warp) zum Gewebe verbinden.
Ein Jeanswear-Basic, zeitlos und klassisch, zuerst getragen im Westen Amerikasvon Cowboys und Arbeitern. Die traditionelle Version ist knapp hüftlang, hat einen Hemdkragen, markante Nähte, Front und Rücken-Passen mit, zwei aufgesetzten Brust-Taschen mit Klappen und einem Taillienbund. Es ist auf unendlich viele Weisen interpretiert worden.
*1947; USA; by VF Corp. Die Marke Wrangler entstand 1947, als Blue Bell Inc. die erste Western Jeans präsentierte; ihr Name wurde mit Hilfe eines Mitarbeiter-Wettbewerbs gefunden. Deutlich geprägt vom amerikanischen Westen und seinen Cowboys, war sie die erste Marke, die Broken Twill, Black Denim und Sanforization, neben anderen Innovationen, benutzte. Sie war auch eine der ersten, die eine Damenjeans-Linie vorstellte, Jeanies (1950).
Reißverschluß, statt Knopfleiste (Button Fly), erstmals 1926 von H.D. Lee für Jeans verwendet. Wrangler plazierte zuerst Reißverschlüsse an Damen-Jeans, nämlich 1950 für die Line Jeanie. Die Innovation, die zunächst als gewagt galt, war ein voller Erfolg.
Ein populärer Jeans-Verschluß. Gelegentlich als Designer-Detail auf Gesäßtaschen oder bei engen Beinweiten auf Knöchelhöhe plaziert. Der Zipper wurde 1893 von dem Amerikaner W. Litcomb Judson erfunden, als ein System von Haken und Ösen. Verbessert hat ihn der Schwede Gideon Sundbank 1913; er schuf den Reißverschluß aus Metallzähnen, die beim Zuziehen ineinadergreifen.